Portrait von Thomas Hoepker und Felix Albrecht. © Ludwig van Borkum | Munich Street Collective

Portrait von Thomas Hoepker und Mir. © Ludwig van Borkum | Munich Street Collective

Ein unvergessliches Treffen.

Ab Anfang 2018 stand ich in regelmäßigem Kontakt mit Thomas Hoepker und seiner Frau Christine Kruchen – über Instagram und per E-Mail. Im April 2022 erfuhr ich, dass die beiden am 6. Mai zur Weltpremiere des Films „Dear Memories – Eine Reise mit dem Magnum-Fotografen Thomas Hoepker“ nach München kommen würden. Als ich das in einer Nachricht von Christine las, war mir sofort klar: Das war die perfekte Gelegenheit, sie endlich persönlich kennenzulernen.

Portrait von Thomas Hoepker, Ausstellung von von Alec Soth, München
Portrait von Thomas Hoepker, Ausstellung von von Alec Soth, München

Wir trafen uns kurz vor der Filmpremiere, sahen gemeinsam den Film und kamen danach ins Gespräch. An dieser Stelle möchte ich auch eine ausdrückliche Empfehlung aussprechen: Der Film ist wirklich beeindruckend und sehenswert. Nach der Vorstellung scherzte Thomas, dass er „Durscht“ habe, und so zog unsere kleine Gruppe – bestehend aus Stefan Hellweger, Philipp Merz (alias Ludwig van Borkum), Dominik Morbitzer vom Munich Street Collective, der Filmcrew und Thomas samt seiner Familie – weiter in eine Bar in der Nähe. Dort verbrachten wir einen langen und geselligen Abend.

Portrait von Thomas Hoepker, Ausstellung von von Alec Soth, München
Portrait von Thomas Hoepker, Ausstellung von von Alec Soth, München

Am darauffolgenden Sonntag hatte ich die große Ehre, den letzten Tag von Thomas und Christine in München mit ihnen zu verbringen, bevor es für sie wieder zurück nach New York ging. Wir begannen den Tag mit einem traditionellen Weißwurstfrühstück, gefolgt von einem Besuch in der Mandlstraße, wo Thomas als Kind seine ersten Jahre gelebt hatte. Ein Spaziergang durch den nahegelegenen Englischen Garten durfte natürlich nicht fehlen. Anschließend besuchten wir die Ausstellung von Thomas' Magnum-Kollegen Alec Soth im Kunstfoyer der Versicherungskammer.

Aufgrund seiner Alzheimer-Erkrankung nimmt Thomas die Welt auf seine ganz eigene Weise wahr. Statt die Fotos auf der Ausstellung einfach zu betrachten und objektiv zu bewerten, machte er sich einen Spaß daraus, die abgebildeten Personen humorvoll nachzustellen und mich zu bitten, ihn dabei zu fotografieren. Manchmal zog er auch absichtlich eine Grimasse, wenn ihm ein Motiv überhaupt nicht gefiel – eine unvergessliche und herzliche Erfahrung.

Nachtrag: Leider erreichte mich am 10. Juli 2024 die traurige Nachricht, dass Thomas verstorben ist.

Portrait von Thomas Hoepker, Ausstellung von von Alec Soth, München

“So wird ein Foto draus” – Sagte Thomas als er sich neben das Bild stellte und den Gesichtsausdruck nachmachte.

Felix Albrechts Straßenfotografie: Kraftvolle Momentaufnahme eines Protests für soziale Gerechtigkeit. Das Bild dokumentiert einen Aktivisten mit "Justice 4 George"-Schild. Authentische Reportagefotografie, die die Intensität der Bewegung festhält.

Black Lives Matter

Inmitten der Corona-Pandemie gingen auch in München Menschen auf die Straße – nicht wegen des Virus, sondern um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu protestieren. Der Tod von George Floyd in den USA erschütterte viele und brachte die Black Lives Matter-Bewegung nach Deutschland. Mein Freund Stefan Hellweger und ich stießen zufällig auf eine unangekündigte Demo in der Innenstadt. Aus Angst, dass die Polizei die Proteste wegen der Corona-Regeln beenden könnte, versuchte die Gruppe zuerst, wegzulaufen. In einer Gasse stoppte die Polizei den Zug, aber nach einem Gespräch mit dem Sprecher der Demonstrierenden durfte der Protest unter Begleitung der Polizei bis zum Stachus weitergehen. Kurz darauf fand eine größere, angemeldete Demo am Königsplatz statt, zu der über 25.000 Menschen kamen. Es freut mich zu sehen, dass so viele junge Münchner ein starkes Zeichen gegen Rassismus und rechte Gewalt gesetzt haben.

Straßenfotografie von Felix Albrecht: Black Lives Matter-Protest in vollem Gange. Diese kraftvolle Reportagefotografie fängt die Entschlossenheit der Demonstranten ein, die Gerechtigkeit und Gleichheit fordern.
Straßenfotografie von Felix Albrecht: Ein Demonstrant steht inmitten einer Menge und hält ein Schild mit der Aufschrift "Justice 4 George" hoch, während er auf einen Polizisten blickt. Diese Szene fängt die Spannung und Emotionen eines Protests ein.
Straßenfotografie von Felix Albrecht: Ein Aktivist steht im Fokus, während eine Polizeieinheit im Hintergrund anrückt. Die Aufnahme fängt den Moment der Konfrontation bei einem Protest ein. Reportagefotografie, die Emotionen und Spannung einfängt.
Felix Albrechts Straßenfotografie fängt eine eindrucksvolle Black Lives Matter-Demonstration ein. Menschen mit Schildern fordern soziale Gerechtigkeit. Diese Momentaufnahme zeigt authentisch die Kraft des Protests und die Bedeutung der Bewegung.

"Die Menschen der Münchner Tafel" – ein persönlicher Einblick

2019 war ich mit anderen Fotografen des Munich Street Collective für drei Viertel eines Jahres unterwegs, um die Menschen zu porträtieren, die oft übersehen werden: Münchner, die in Armut leben. Unsere Ausstellung zeigte die Momente, die wir in dieser Zeit gesammelt hatten. Die Fotos waren unser Beitrag zum 25-jährigen Jubiläum der Münchner Tafel. Sie sollten den Menschen Respekt zollen – den Bedürftigen ebenso wie den vielen Ehrenamtlichen. Die Ausstellung war einen Monat lang in der Glashalle des Münchner Kulturzentrums Gasteig zu sehen!

Unser großer Start: Die erste Ausstellung des Munich Street Collective

Im März 2019 hatten wir unsere erste Ausstellung im
Café Sehrwohl – und es fühlte sich wirklich wie eine Wiederauferstehung der Straßenfotografie an, die in der Öffentlichkeit fast schon in Vergessenheit geraten war.
In dieser gemütlichen, urbanen Atmosphäre trafen wir
uns mit vielen Interessierten, um das Besondere an der Münchner Straßenfotografie zu feiern. Unsere Bilder zeigten die Stadt so, wie sie ist – spontan, ehrlich und direkt aus dem Leben gegriffen. Es war locker und entspannt, und zwischen den Kunstwerken und den Gesprächen wurde die Ausstellung zu einem echten Treffpunkt. Für uns war das der perfekte Start, um die Straßenfotografie in München wieder aufleben zu lassen.

Video: © Daniel Tschitsch | Munich Street Collective

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